Holland-Feeling im Wendland
Auf die Knolle gekommen...
von Claudia Rammin (Text) und Klaus Mayhack (Fotos)
Es geht um die Zwiebel, nichts anderes. Da mag die Blüte mit ihrer schlichten Schönheit und vielfarbigen Strahlkraft Millionen Menschen in den Bann ziehen, für Stefan Schulz liegt der wahre Wert seines Tulpenackers in der Erde. Der befindet sich in Bussau, einem besterhaltenen Rundlingsdorf. Zum traditionellen Ostermarkt stömen schon mal mehr als tausend Leute in den 40-Einwohner-Ort, in dem sonst nicht viel los ist. Doch seit ein paar Jahren ist er besondert im Frühjahr ein begehrtes Pilgerziel für Blumenliebhaber - eine Art niederländisches, in Regenbogenfarben leuchtendes Tulpen-Mini-Mekka.
Ein Nebeneffekt für den Landwirt in der vierten Generation, der ohne die örtliche Genossenschaft VSE nicht auf die Idee gekommen wäre, Sprösslinge zu vermehren, statt Schweine zu züchten. "Wir haben 115 Ackerland, das nur mit Getreideanbei nicht rentabel zu bewirtschaften ist. Deshalb hielten wir bis vor vier Jahren noch bis zu 200 Sauen zur Ferkelproduktion. Doch immer schärfere Vorschriften bezüglich Stallumbauten, steigende Energiekosten, die höher als der Erlös für das Ferkel waren, zwangen uns schließlich, das Standbein des Betriebes aufzugeben", sagt Jonas, ältester der zwei Söhne von Stefan Schulz und seit kurzem staatlich geprüfter Betriebswirt: "Wir überlegten, was wir stattdessen tun können, dachten über Alternativen wie den hier weit verbreiteten Kartoffelanbau nach". Doch um darin einzusteigen, hätten Sie einiges investieren müssen, zudem sei der Konkurrenzdruck enorm hoch.
Da kam die Kunde von einem Pilotprojekt der Vereinigten Saatzuchten (VSE), deren Regionalrats-Vorsitzender Stefan Schulz ist, im Jahr 2021 gerade recht. Die Genossenschaft in Ebstorf war "bei der Suche nach neuen Impulsen und Möglichkeiten der Wertschöpfung für die Landwirtschaft in der Region auf die Idee des Tulpenanbaus gekommen", so Projektmanager Johannes Späth. "Da uns in Sachen Anbau, Selektion und Ernte die Erfahrung fehlte", lud die VSE einige Mitglieder ein - darunter Stefan Schulz - sich einen entsprechenden Betrieb in Holland anzusehen.
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